Marschang, Franz:
Am Wegrand der Geschichte.
Zeitgeschichtliche Erzählung – Band IV. Die Andere Welt.
2008. 296 Seiten. Pb.
Euro 16,80. SFr 30,90.
ISBN 978-3-89950-409-5. R.G.Fischer Verlag

Mit diesem Buch, das mit dem Zeitpunkt der Ausreise beginnt, kommt die Banat-Tetralogie zum Abschluss.
Das Banat als Gebiet bleibt zurück. Die einstmalige Heimat war den Abwanderern ohnedies längst zur Fremde geworden. Keiner ahnt, dass Bukarest bereits kurz vor der Unterzeichnung eines Ausverkaufs-Vertrages seiner Banater Schwaben steht.

Das neue Land zeigt den Umsiedlern viele Gesichter. Die Demokratie ist ein Lehrstück für sich, der Pluralismus verwirrend. Rationales und Irrationales in unaufhörlicher Auseinandersetzung. Vieles entspricht den Erwartungen der Ankömmlinge, manches sehen sie aus kritischer Distanz.
Bei alledem sind sich die Manns bewusst: Standen sie in Rumänien seit Jahrzehnten als innerlich Unbeteiligte neben den Ereignissen, so haben sie nun – ohne Wenn und Aber – im Ereignisstrom mitzuschwimmen. Sie sind in die Freiheit gewechselt, die zwar nicht ohne Zwänge ist, für jeden aber Freiräume offen hält, wo er sich seine eigene kleine Welt einrichten kann.

Die Manns vertrauen den Kräften der Vernunft und lassen sich auf die neuen Herausforderungen ein. Die Erleichterung darüber, den geheimdienstlichen Nachstellungen entkommen zu sein, wiegt manche Ernüchterung auf.

Franz Marschang wurde 1932 in Johannisfeld an der rumänisch-jugoslawischen Grenze geboren und lebt seit 1977 in Heidelberg.

Er besuchte die Schule in Temeschburg, wo er 1951 in der »Lenauschule« das Abitur machte. Es folgte ein Studium der Veterinärmedizin in Arad, das er 1956 mit dem Staatsexamen und der Promotion beendete.

Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Redakteur der Temeschburger deutschsprachigen Zeitung »Die Wahrheit« (sie wurde später in »Neue Banater Zeitung« umbenannt) arbeitete er als Tierarzt im Banat und kurzfristig auch in der Dobrudscha (nahe der Schwarzmeerküste). 1967 kam er an die Temeschburger Fakultät für Veterinärmedizin und Zootechnik, wo er sich habilitierte und 1975 die Leitung der Fachdisziplin Tierhygiene übernahm. 1977 übersiedelte er in die Bundesrepublik Deutschland und war seither in Heidelberg als Institutstierarzt tätig. Seit 1995 ist er Rentner.

Von 1981 an war der Autor mehr als ein Jahrzehnt Mitarbeiter an der in Aalen/Württemberg erschienenen Wochenzeitung »Der Donauschwabe«. Ferner sind von ihm mehrere Erzählungen in Anthologien erschienen, zudem die drei Kurzprosabände »Zwischen Welten. Bilder von der Endzeit eines Volksstammes«, München 1990; »Dem Leben abgelauscht«, Frankfurt a. M. 1995; »Abenteuer Alltag«, Oldenburg 1999. »Wo sind sie geblieben ...? – Das Banat und die Banater Deutschen im Wandel der Zeit«, Karlsruhe 2002, ebenfalls 2002 veröffentlichte er »Am Wegrand der Geschichte, Band I, Morgenrot der Kolchose« und 2005 »Band II, Im Netz der Staatsgüter«, 2006 »Band III, Dreieinigkeit: Lehre, Forschung, Produktion« im R. G. Fischer Verlag, Frankfurt.