Wengler, Georg:
Der 6. Schöpfungsakt.
Apokalypse oder Paradies. Mensch oder Monster.
2008. 160 Seiten. Pb.
Euro 10,80. SFr 20,50.
ISBN 978-3-8301-1152-8. R.G.Fischer Verlag

Und es ward Abend und es ward Morgen am 5. Schöpfungstag, und die ganze Natur, Flora und Fauna, breitete sich aus unter dem wärmenden Licht der Sonne. Und Gott sah, dass es gut war. Also sprach Gott am 6. Schöpfungstag: Lasst uns den Menschen machen für die Erde als mein Ebenbild. Er sprach es und so geschah es und Gott sprach: Wachset und mehret euch und erfüllet die Erde und macht sie euch untertan. Und Gott sah, dass es gut war.
Wunschdenken? Legende? Wahrheit? Alles nur falsch verstanden? Oder noch schlimmer, falsch interpretiert? Wie auch immer, der Verdacht liegt nahe, dass damit das große Rennen, Wuchern und Raufen begonnen hat um die begehrten, aber limitierten Schätze der Welt, bis die Erde blank und krank ist und leer. Der Mensch kennt keine Grenzen, keine Gemarkung. Liegt sie nicht hier, dann eben utopisch im ewigen All. Zum Schluss bleiben zum Plündern die Lüfte, die Meere. Aber die Natur gibt nicht alles kampflos auf für den Menschen. Die Lüfte, die Meere beginnen zu wüten, zu toben, zu schäumen, machen ein Ende dem großen Raffen und Träumen. Und andere Schätze und Werte ziehen ein unter den Menschen: die Sehnsucht nach Frieden und Liebe und kleine, aber wertvolle und zu erfüllende Träume.
Fakt ist, wir haben die Erde verändert wie kein anderes Wesen. Die gigantischen Nachteile aber stehen in keinem Verhältnis zu den Vorteilen. Was in unserer Verdrängung nicht sein durfte, wird dennoch immer klarer. Unser Höhenflug, unser Jagdtrieb bringt uns vielleicht noch auf die Sterne.
Der Autor Georg Wengler sieht allerdings größere Chancen, dass uns unser in Piraterie ausgeartetes Jagdtalent wieder in die Steinzeit katapultiert. Sollten wir eine Kursänderung an unserem exklusiven Lebensstil, der weit über die Erdverhältnisse geht und seit Anfang des 18. Jahrhunderts explosionsartig »durch die Industrialisierung« die Welt revolutioniert, für unzumutbar halten, werden wir als Pyromanen in die Geschichte eingehen und unsere Nachkommen werden den hohen Tribut zahlen müssen.

Georg Wengler, geboren am 16.12.1933, war von 1960 ab seinem 27. Lebensjahr bis zu seinem Rentenalter und vollendeten 68. Lebensjahr selbstständiger Handwerksmeister im eigenen, von ihm gegründeten Betrieb tätig. In all den Jahren der Selbstständigkeit konnte er wertvolles Wissen über Höhen und Tiefen im Mittelstandsleben sammeln.
Diese Jahre waren für ihn eine volkswirtschaftliche praktische Schule, die sich durch keinen Schulbesuch ersetzen lässt. Auch die Erkenntnis, dass einzig und allein durch die Leistungsverkennung von Seiten der Politik die volkswirtschaftliche, gesunde, ökologische Doktrinen des Handwerks die katastrophale, kontraproduktive und ineffiziente Entwicklung der Industrie aufbauen konnte, die mit Sicherheit durch ihre unheilbar angeborene Krankheit in absehbarer Zeit vor einer Katastrophe steht. Und zwar dann, wenn der schleichende Rohstoffmangel die Industrie mehr und mehr erschüttert.