____________ Artur K. M. Bay ____________

Beitrag entnommen aus
»Erlebt, erzählt und aufgeschrieben«
Ausgabe 2008
R.G.Fischer Verlag
Der Mond ist aufgegangen (2008)
Umdichtung des einzigartigen Liedes (1779)
von Matthias Claudius

Der Mond ist aufgegangen,
die Satelliten prangen,
im Orbit sind sie Star.
Der Wald stirbt still und schweiget,
aus Straßenschluchten steiget
der CO2-Dunst Jahr für Jahr.
Auf Erden ist bald Stille,
eF-Ce-Ka-We und Gülle,
zerstören sie gewollt?
Wird sie zur dunklen Kammer,
wo Leiden ist und Jammer? –
Die Umwelt heilt nicht – zürnt und grollt.
Seht ihr den Mond noch stehen?
Vielleicht ist er zu sehen,
jedoch nicht mehr so schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir bewusst falsch machen,
am Ende nicht mehr zu verstehn.
Wir Neo-Menschenkinder
sind eitle Umweltsünder
und fragen kaum: Warum?
Wir spinnen Hirngespinste
und suchen faule Künste,
und wissen alle längst darum.
Gott, lass die Not uns schauen:
nicht allem, jedem trauen;
lass uns nicht sorglos sein.
Rebellisch müsst ihr werden,
um hier auf dieser Erden
nicht Opferlamm der Macht zu sein.
Wir sollten uns schon schämen;
so wie wir uns benehmen
ist Leben Blasphemie.
Wenn wir nicht sofort handeln,
und uns von Grund auf wandeln,
wird dieses Dasein Lotterie.
Ihr Schwestern und ihr Brüder,
singt Umwelt-Kampfeslieder,
es ist schon fünf nach Zwölf.
Vergib nicht, Gott, und strafe,
dass niemand ruhig schlafe;
bis sich der Mensch dann selber helf’.
Umdichtung: Artur K. M. Bay

