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kugelschreiber

____________ Heribert Friedrich Klein ____________


»Im Rhythmus eines Textes schwingt es wie in
klingender Musik. Ein Klangerlebnis.«


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Beitrag entnommen aus
»Das Gedicht lebt«
Ausgabe 2008
R.G.Fischer Verlag

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Begegnungen

Du wartest auf Menschen,
du wartest,
doch sie kommen nicht.

Du siehst sie da stehen,
sie sprechen
mit dir viele Worte.

Doch die sind wie Blasen,
sie kommen nicht zu dir,
du wartest.

Und bist du in Nöten.
Sie helfen,
sie sind dir die Stütze.

Du nimmst sie nicht wahr,
du wartest
und spürst nicht die Hilfe.

Sie kommen nicht zu dir?
Du denkst nicht!
Sie waren längst da!

Versetzte dich in sie!
Du wirst dann erkennen,
wie oft sie bei dir.

 

Blicke der Stille

Im Schweigen ist man auf sich gestellt:

Die Gedanken werden zu einem persönlichen Ereignis,

die Weite erhält Formen,

das Licht leuchtet in bisher ungekannte Winkel,

das Dunkel gibt seine Geheimnisse preis,

die Liebe weist auf bislang Ungesehenes,

der Nächste wird plötzlich bekannter.

Die Stille bringt lautloses Leben.

Ein Engel liebkost!

 

Frühling

Erwachende Knospe
aus dem Schlafe der Nacht.

Erfüllende Sehnsucht
gewarteter Hoffnung.

Beendeter Kampf
großer Gewalten.

Strömung zum Licht!

Ein Freudenfest!

 

Wolken

Land der Wolken!

Getragen
in schwebender Weite.
Geballt
und zerzaust
durch fliegende Winde.

Geben und nehmen!

Fruchtbarkeit
und Schutzwall
sengender Strahlen.
Ewiger Kreislauf
wandernden Wassers.

Unverloren!

 

Gewalten

Ladegewitter!

Die Ferne kommt näher!

Einschlag und Spuk!

Donner und Wirbel!

Nachhaltiges Grollen!

Entferntes Verzeihen!

Regenbogen!

 

Positiv sein

Der Strahl eines Lächelns
trifft sein Gegenüber
und kommt zu ihm zurück.
Dankbarkeit ist spürbar.

Worte können das auch werden:
belebend, erquickend,
besänftigend, erbauend
und bittend nach mehr.

Freuden des Glücks sind da
und es vereinen sich selbst Fremde.

Eine Ruhe kehrt ein,
sogar in die Seele.

 

Unendlichkeit

Gezeiten der Wolken
geben über
sternglänzenden
Himmelsornamenten
den Blick
in die Ewigkeit
frei.

Flora des Lichtes
erblüht auf
geheimnisvollem
Grund.

Schweigender Rhythmus
tönt aus dem
Metrum
des Schöpfers.

Der Sog verhaltener Wirbel
zieht ein Leben
in den geordneten
Glanz.


Über den Autor:

H.F. Klein, geboren 1931 in Oberhausen/Rheinl., lebt im westfälischen Oelde. Er war im Hauptberuf Kantor, Dirigent und Realschullehrer. Er dirigierte fast alle großen Messen und Oratorien und war Solist an der Orgel. Dazu konzertierte er in 24 Ländern. Heute musiziert er noch mit seinen damaligen Schülern oder veranstaltet mit anderen Künstlern und Gemeinschaften in zahlreichen Orten Ausstellungen als auch Autorenlesungen mit eigener Kammermusik.